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KHD Humboldt Wedag GmbH: Zementanlagen-hersteller setzt auf SAP im Sun Cluster

„Die Idee des Clusters hat uns überzeugt. Wir fanden sie sogar so gut, dass wir auch erwägen, neben der SAP-Lösung andere Systeme in das Cluster einzubinden.“ – Michael Claus, Head of IT- und Business Systems, KHD Humboldt Wedag GmbH
Die KHD Humboldt Wedag Gruppe benötigte eine leistungs-fähigere Hardware und wünschte sich zudem mehr Sicherheit durch eine Clusterlösung. Das gewählte System erleichtert die Administration und das Update der darauf implementierten SAP-Lösung und gewährleistet zudem die gewünschte Hochverfüg-barkeit sowie eine dynamische Ressourcenzuordnung.

„Wir kennen nur die Stückzahl eins“, schmunzelt Michael Claus, Head of IT- und Business Systems bei KHD Humboldt Wedag. Die aus der vor 152 Jahren in Köln gegründeten Humbold Maschinenbauanstalt hervorgegangene Gesellschaft ist einer der größten Zementanlagenhersteller der Welt. Ihr Geschäft besteht in der Konstruktion, dem Engineering und der Inbetriebnahme von individuellen Zementanlagen auf allen Kontinenten dieser Erde. Ein Geschäft, das insbesondere in den wachstumsstarken Bevölkerungsregionen getätigt wird, „denn, wo die Bevölkerung wächst, wächst auch der Zementbedarf“, betont Claus.
Um die Kunden überall gut zu bedienen und Anfragen und Probleme schnell beheben zu können, hat das an der US-Börse New York gelistete Unternehmen in vielen Ländern Customer Service Center stationiert, von den USA über Saudi Arabien bis nach China. Das deutsche Herz sitzt in Köln, eine Schwester-gesellschaft in Dessau, eine weitere in Bochum. „Wir müssen quasi rund um die Uhr verfügbar sein. Die Daten müssen absolut sicher sein, die Berichterstattung angesichts der Börsennotierung perfekt“, erklärt der Head of IT- und Business Systems.

Neue SAP-Lösung bedingt neue Hardware

Die Notwendigkeit zur neuen Unternehmensstruktur auch die entsprechende Berichterstattung sicherzustellen war auch der Hintergrund für die Entscheidung, ein neues SAP-System einzuführen.

Denn nur mit diesem System, das die Bereiche FI, CO, MM, SD und PS abdeckt, könne man alle Erfordernisse erfüllen, verdeut-licht Claus weiter. Nach den deutschen und österreichischen Buchungskreisen sollen auch weitere Standorte mit der neuen Lösung ausgestattet werden. Da sich dies nur mit neuer Hardware umsetzen ließ, eröffnete die Umstellung der Software für den Konzern auch die Möglichkeit, seine SAP-Landschaft durch die Integration in ein Cluster in punkto Sicherheit und Hochverfüg-barkeit weiter zu optimieren. Die bisherige SAP-Lösung wurde erfolgreich auf Sun SPARC V490 Systemen betrieben. Allerdings ohne Sun Cluster Software und ohne Container-Technologie zur Konsolidierung. Auch in anderen Bereichen, etwa für Oracle Datenbank-Applikationen, laufen Anwendungen auf Sun Servern.

Bei der neuerlichen Auswahl untersuchten die IT-Experten neben den Angeboten dieses Unternehmens jedoch auch diverse Lösungen verschiedener anderer Hersteller, um die optimale Entscheidung zu treffen. Sind Windows-Systeme nicht doch kostengünstiger? Bietet ein anderer Hersteller mehr zum gleichen Preis? Welche Lösung ist die technisch beste? Solche und ähnliche Fragen stellten sich die IT-Spezialisten – und vergaben den Auftrag aufgrund technischer Gründe und des preislich interessanten Angebots schließlich doch an Sun Microsystems mit der Vorgabe, das Projekt binnen vier Wochen starten zu müssen.

Perfekt: Sun SPARC Enterprise M5000 Server im Cluster

Als ideale Hardware wählten die Experten zwei Sun SPARC Enterprise M5000 Server für das Cluster. Als weitere SAP-Applikationsserver kommen zwei Sun Fire X4140 mit x86-CPUs zum Einsatz. Dank des durchgängigen Einsatzes von Oracle Solaris 10 auf allen Systemen erzeugt diese „hybride“ Lösung keinen nennenswerten zusätzlichen Administrationsaufwand. Im Vorfeld dieser Entscheidung hatten sie ein Sizing mit SAP durchgeführt, um die perfekte Lösung für die hohe Datenlast des Zement-anlagenherstellers zu eruieren. „Diese Datenlast betrifft insbesondere das Projektsystem PS, wo wir allein bei einem Projekt locker auf 10.000 aktive Knoten im System kommen. Kommen mehr Buchungskreise hinzu, vervielfältigt sich diese Zahl. Trotzdem müssen die Antwortzeiten kurz bleiben“, informiert der IT-Leiter. Zudem entschieden sich die Verantwortlichen, nur die Produktiv-systeme auf beiden Seiten im Cluster zu verankern. Sandbox, Qualitäts- und Entwicklungssystem hingegen dürfen beim Ausfall eines Clusters ebenfalls ausfallen, damit genügend Reserven für die Versorgung der Hauptapplikation bleiben.

Im Zuge des Projekts bereiteten die Experten des IT-Dienstleisters und Sun Enterprise Partners Orbit zunächst das neue SAP System auf dem Cluster als „nacktes“ Oracle Solaris System vor, um im Anschluss das alte Qualitätssicherungssystem als erstes auf die neue Hardware umzuziehen. Eine 1:1-Migration erwies sich als nicht möglich, weil die bisherige Lösung einen anderen Betriebs-systemstand sowie einen anderen Datenstand aufwies. Im Anschluss wurden die Systeme des neuen SAP-Projekts für die Drei-System-Landschaft (Qualitätssystem, Produktivsystem, Entwicklungssystem) vorbereitet. Anschließend nahmen sich die IT-Spezialisten die Installation der SAP-Systeme vor.
Im Team wurde die Lösung schließlich darauf getestet, ob das „Failover“ und das anschließende „Fallback“ beim Ausfall eines Knotens auch problemlos funktioniert. „Wobei wir erfahren haben, dass das Clustersystem sogar so gut funktioniert, dass man SAP nur unter Berücksichtigung von Kontrollmechanismen beenden kann. Ein Wächterprogramm sorgt automatisch dafür, dass bei einem scheinbaren Ausfall ein anderer Knoten hoch-gefahren wird. Man muss also genaue Wege einhalten, um das System zu stoppen, wenn man es denn will“, schmunzelt Claus. Zu diesem Zweck wurden die Administratoren explizit geschult.

Wächterprogramm wacht mit

Inzwischen laufen sowohl das alte, als auch das neue SAP-System produktiv im Cluster und zwar auf unterschiedlichen Cluster-knoten. Die Reservepartition ist auf der jeweils gespiegelten Seite vorhanden. Die SAP-Hilfssysteme wie QS und Entwicklung sind jeweils nur auf einer der beiden Cluster-Server implementiert. „Indem wir die Hardware zur Lastverteilung jeweils symmetrisch angeordnet haben, haben wir den linken wie den rechten Knoten gleichmäßig belastet“, erklärt Claus diese architektonische Struktur. „Im Ausfall können wir jedoch auch diese Hilfssysteme auf dem jeweils anderen Knoten starten.“
Bis Mitte 2010 wird das alte System – parallel zum neuen – noch in Betrieb bleiben, da auf ihm die indischen Buchungskreise liegen und die im März fälligen Jahresabschlussarbeiten nochabgewickelt werden müssen, bevor die Daten in einem gesonderten Projekt migriert werden. In der Zwischenzeit stellt das neue System bereits unter Beweis, was es versprochen hat. „Wir können nun Betriebssystem-Updates ohne Downtime vorbereiten. Das ist für uns ein großer Vorteil“, freut sich IT-Experte Claus. Auch die dynamische Ressourcenzuordnung begeistert. Sie wird erst recht positiv zum Tragen kommen, wenn die weiteren 250 Kollegen aus Indien dazukommen und Abschlussarbeiten anstehen. „Hier können wir dann dem jeweiligen Prozess mehr Ressourcen zuordnen und gewinnen zudem etwas an Übersicht im Rechenzentrum“, fügt er hinzu.

Galt bisher das Motto „ein System, ein Server“, sind nun alle Lösungen auf einem einzigen, größeren Server implementiert. Das schafft Platz, und ist zudem energetisch günstiger, was die Anzahl der Instanzen im Verhältnis zum Energieverbrauch betrifft. „Nicht zuletzt ermöglicht uns das neue System, dass wir endlich auf das bisher für den reibungslosen Ablauf der IT-Prozesse notwendige 3rd-Party-Software verzichten können“, betont Claus. „Das war eine Nebenbedingung des Auftrags. Wir wollten weniger Komplexität, weniger Komponenten, weniger Hersteller. Mit der neuen Cluster-Lösung haben wir genau das erreicht.“

Entsprechend ambitioniert sind die Zukunftspläne der IT-Abteilung von KHD Humboldt Wedag. Nach dem Abschalten der alten SAP-Lösung plant das Team bereits das nächste Vorhaben: die Verlagerung eines Logistiksystems auf die neue Plattform.

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