Integrierte Webanwendung für den Stadtentwässerungsbetrieb Düsseldorf
Die neue Anwendung integriert die relevanten IT-Systeme, erhöht die Datenqualität, beschleunigt Prozesse und sorgt für mehr Transparenz.
Kunde: Der Abwasserspezialist
Seit 2001 ist der Stadtentwässerungsbetrieb Düsseldorf – kurz SEBD – für die sichere Ableitung und Reinigung des Abwassers im gesamten Stadtgebiet verantwortlich. Über ein rund 1.560 km langes Kanalnetz und 2 Großkläranlagen werden die Abwässer von etwa 65.000 Kunden aus privaten Haushalten sowie Gewerbe und Industrie gesammelt, aufbereitet und wieder dem Wasserkreislauf zugeführt.
Finanziert wird diese kommunale Kernaufgabe über öffentlich-rechtliche Gebühren für Schmutz- und Niederschlagswasser. Die Stadtwerke Düsseldorf AG unterstützt den SEBD bei der Abrechnung und dem Versand von circa 85.000 Gebührenbescheiden mit einem Gesamtvolumen von über 90 Mio. €.
Herausforderungen: Komplexe Gebührenveranlagung, fragmentierte IT

Die Veranlagung und Abrechnung der Abwassergebühren ist ein vielschichtiger Verwaltungsprozess. Jede Änderung von Grundstücks- oder Kundendaten, jeder Abzugsantrag, jeder Widerspruch muss fachlich korrekt beurteilt und rechtssicher dokumentiert werden.
Gleichzeitig arbeitete der SEBD mit einer fragmentierten IT-Landschaft:
- Ein Geoinformationssystem (GIS) stellte Flurstückdaten bereit – etwa Grundstücksgrößen, Dachflächen oder versiegelte Flächen für die Niederschlagswassergebühr.
- Das Gebührenabrechnungssystem der Stadtwerke Düsseldorf AG verwaltete Kunden-, Tarif- und Rechnungsdaten.
Für die Sachbearbeiter*innen bedeutete dies: Informationen mussten aus 2 getrennten Systemen zusammengesucht werden. Die Abstimmung mit den Stadtwerken erfolgte überwiegend telefonisch oder per E-Mail. Standardisierte Workflows gab es nur in Ansätzen; viele Mitarbeitende entwickelten eigene Vorgehensweisen und „Workarounds“ mit zahlreichen manuellen Schritten – und dies unter wachsender Arbeitslast bei knappen personellen Ressourcen.
Projekt & Ziele: Durchgängige Prozesse und besserer Service
Um die operative Stabilität langfristig zu sichern und die Qualität der Dienstleistung zu erhöhen, beauftragte der SEBD die Firma ORBIT mit der Entwicklung einer Webanwendung zur Gebührenveranlagung. Die Ziele waren klar:
Integration der bestehenden Systeme
GIS und Abrechnungssystem sollten über Schnittstellen so verbunden werden, dass Daten medienbruchfrei, aktuell und konsistent zur Verfügung stehen.
Ende-zu-Ende-Digitalisierung
Relevante Arbeits- und Kommunikationsprozesse sollten vollständig digital abgebildet werden – ohne Wechsel zwischen Papier, Telefon, E-Mail und diversen Masken.
Standardisierte Workflows
Die wichtigsten Geschäftsvorfälle (z. B. Abzugsanträge, Tarifwechsel, Flächenprüfungen) sollten strukturiert modelliert werden, um eine einheitliche Bearbeitung sicherzustellen.
Wirtschaftlichkeit und Servicequalität
Die Effizienz der Gebührenprozesse sollte erhöht, der Kundenservice verbessert und der Weg für die Anbindung an das Serviceportal der Stadt Düsseldorf im Sinne des Onlinezugangsgesetzes vorbereitet werden.
Attraktivität als Arbeitgeber
Moderne, ergonomische IT-Arbeitsplätze sollten die Arbeit der Beschäftigten erleichtern und den SEBD als zukunftsfähige Verwaltung positionieren.
Lösung: Integrierte Webanwendung mit Datenbasis und Reporting
Mit SMARAGD (SMARte AbwasserGebühren Düsseldorf) konzipierte und implementierte ORBIT eine browserbasierte Webanwendung, die die bislang isolierten Systeme zu einer integrierten Lösung zusammenführt. Kern der Lösung ist eine zentrale Basisdatenbank, in der Stammdaten aus dem Geoinformationssystem und dem Abrechnungssystem der Stadtwerke synchron, aktuell und logisch verknüpft vorgehalten werden.
Die Webanwendung SMARAGD bietet:
- Rollenbasierte Oberflächen für Sachbearbeiter*innen, Sachgebietsleitungen und Administrator*innen
- Zentrale Pflege von Datensätzen: Änderungen werden einmalig vorgenommen und automatisch in allen angebundenen Systemen berücksichtigt.
- Medienbruchfreie Bearbeitung von Geschäftsvorfällen – von der Anfrage über die Prüfung bis hin zur Weitergabe an das Abrechnungssystem
- Moderne, ergonomische Benutzerführung, zugeschnitten auf die jeweiligen Aufgaben der Nutzer*innen
Datenbank und Data Warehouse
Alle relevanten Daten aus dem Geoinformationssystem und dem Gebührenabrechnungssystem werden in einer MS-SQL-basierten Datenbank mit angebundener Data-Warehouse-Komponente gebündelt. Das Data Warehouse bildet die Grundlage für das Reporting von Auswertungen und Kennzahlen sowie für die Anfertigung von Rechenschaftsberichten – etwa gegenüber der Stadtverwaltung, der Kämmerei oder anderen Rechnungsprüfungsstellen.
Nutzen: Höhere Datenqualität, schnellere Prozesse, mehr Transparenz
Mit der neuen Webanwendung verfügt der SEBD über eine integrierte Plattform für die Gebührenveranlagung, die organisatorische und technische Brüche weitgehend auflöst:
- Signifikant verbesserte Datenqualität: Redundante Pflege wird vermieden, notwendige Datenredundanzen werden kontrolliert synchronisiert.
- Standardisierte und beschleunigte Prozesse: Rund 10 zentrale Geschäftsvorfälle sind jetzt klar definiert und digital abgebildet, Anträge werden jetzt Ende-zu-Ende ohne Medienbrüche bearbeitet.
- Keine manuellen Workarounds: Automatisierte Schnittstellen und einheitliche Workflows reduzieren Fehlerquellen und entlasten die Mitarbeitenden.
- Transparenz und Steuerungsfähigkeit: Gebühren-, Flächen- und Kundendaten stehen für Reporting und Analysen zur Verfügung; Entscheidungen werden auf einer belastbaren Datenbasis getroffen.
- Verbesserte Zusammenarbeit: Die Informations- und Prozessschnittstelle zwischen dem Standtentwässerungsbetrieb und den Stadtwerken wird durch die Webanwendung deutlich effizienter und nachvollziehbarer.
Fazit
Durch die integrierte Webanwendung …
… stärkt der SEBD seine Wirtschaftlichkeit, erhöht die Qualität seines Kundenservices und schafft die Grundlage für weitere Digitalisierungsschritte – etwa die laufende Einbindung in das Serviceportal der Stadt. Gleichzeitig unterstützt die moderne, browserbasierte Lösung die Wahrnehmung des SEBD als attraktiven Arbeitgeber mit zeitgemäßen, digital optimierten Arbeitsplätzen.
Auf einen Blick:
Integrierte Webanwendung für SEBD
Herausforderungen
Integration einer fragmentierten IT-Landschaft: isolierte Datenquellen, Informations- und Kommunikationssysteme, uneinheitliche Bearbeitung der Prozesse, individuelle manuelle Workarounds
Lösung
- Entwicklung einer integrierten Webanwendung als zentrale Plattform für die Gebührenveranlagung
- Anbindung und Synchronisation der beteiligten IT-Systeme über standardisierte Schnittstellen
- Zentrale Basisdatenbank und Data Warehouse für Stammdaten, Auswertungen und Reporting
- Rollenbasierte Benutzeroberflächen für Sachbearbeitung, Leitung und Administration
- Durchgängige digitale Workflows für rund 10 zentrale Geschäftsprozesse ohne Medienbrüche
- Qualitätssicherung der Daten und Prozesse zwischen SEBD und Stadtwerken
Nutzen
- Verbesserte Datenqualität durch konsistente, synchronisierte und zentral gepflegte Daten
- Standardisierte und beschleunigte Prozesse mit medienbruchfreier Ende-zu-Ende-Digitalisierung der Vorgangsbearbeitung
- Reduktion manueller Workarounds und Fehler, deutliche Entlastung der Mitarbeitenden
- Hohe Transparenz und Steuerungsfähigkeit durch aussagekräftiges Reporting zu definierten Kennzahlen, Gebühren-, Flächen- und Kundendaten
- Effizientere Zusammenarbeit zwischen SEBD und Stadtwerken
- Gestärkte Wirtschaftlichkeit und Servicequalität sowie moderne digitale Arbeitsplätze
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