VMware-Ablösung im Mittelstand: HPE VM Essentials oder Proxmox VE

2 Plattformen, ein Ziel – kommerziell mit gesteuertem Übergang vs. Open Source mit voller Kostenkontrolle. Was passt zu Ihrer Ausgangslage?

VMware-Ablösung: Symbolbild: In der Mitte ein Monitor, darüber eine Fragezeichen; links und rechts davon die Logos von HPE und Proxmox

VMware vSphere 8 erreicht voraussichtlich im Oktober 2027 das Ende des General Supports (5 Jahre nach General Availability am 11.10.2022, gemäß Broadcoms Lifecycle-Modell). Gleichzeitig haben sich die Lizenz- und Supportbedingungen unter Broadcom deutlich verändert. Für mittelständische Unternehmen mit anstehendem Renewal ist jetzt der richtige Zeitpunkt, die eigene Virtualisierungsstrategie zu überprüfen.

2 Alternativen stehen dabei für verschiedene Ansätze:
HPE VM Essentials – kommerziell, mit parallelem VMware-Betrieb und Herstellersupport.
Proxmox VE – Open Source, mit maximaler Kosteneffizienz und technologischer Offenheit.

Beide basieren auf KVM und können VMware-Workloads übernehmen. Der entscheidende Unterschied liegt weniger im Hypervisor als in Management, Migrationsstrategie, Supportmodell und Kostenstruktur. Dieser Beitrag vergleicht beide Wege herstellerneutral und zeigt, für welche Ausgangslage welche Lösung besser geeignet ist.

Warum diese beiden Plattformen?

Der Markt bietet mehrere VMware-Alternativen – darunter auch Nutanix, Microsoft Hyper-V oder Red Hat OpenShift Virtualization. HPE VM Essentials und Proxmox VE stehen für 2 Entscheidungsrichtungen, die im Mittelstand häufig vorkommen: kommerziell mit gesteuertem Übergang vs. Open Source mit voller Kostenkontrolle. Damit lassen sich 2 zentrale strategische Ansätze gut gegenüberstellen.

Ausgangslage: Ein typisches Szenario

Ein mittelständisches Unternehmen betreibt rund 120 virtuelle Maschinen auf VMware vSphere. Es nutzt nur einen Teil der Funktionen, die mit der bisherigen Plattform verbunden sind. Ein Plattformwechsel könnte wirtschaftlich interessant sein – aber nur, wenn Workloads, Sicherheitsanforderungen und Compliance auf der Zielplattform abgebildet werden können.

Die IT-Abteilung steht vor mehreren Fragen gleichzeitig:

  • Welche Workloads und Appliances hängen an VMware?
  • Welche VMware-Funktionen werden tatsächlich genutzt – und welche davon benötigt die Zielplattform?
  • Wie lassen sich Storage, Backup und Netzwerksegmentierung weiterverwenden?
  • Was bedeutet der Wechsel für ISO 27001, BSI IT-Grundschutz und Datenschutz?
  • Wie viel internes Know-how ist für die neue Plattform erforderlich?
  • Und: Welche Lösung ist über mehrere Jahre wirtschaftlich?

Die Entscheidung sollte deshalb nicht allein anhand des Lizenzpreises getroffen werden.

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HPE VM Essentials

Schrittweise migrieren, VMware parallel weiterbetreiben

Eine VMware-Ablösung muss nicht an einem einzigen Stichtag erfolgen. HPE VM Essentials kann parallel zu einer bestehenden VMware-Umgebung eingeführt werden, sodass Workloads schrittweise migriert werden können.

HPE VM Essentials bietet dabei einen spezifischen Ansatz: VMware-Umgebungen und HPEs eigener KVM-basierter Hypervisor HVM lassen sich während der Übergangsphase über eine gemeinsame Managementkonsole verwalten. Das kann insbesondere für Unternehmen interessant sein, die ihre bestehende VMware-Infrastruktur zunächst weiterbetreiben und gleichzeitig HVM als neue Virtualisierungsplattform etablieren möchten.

Wie sieht der Weg in der Praxis aus?

1. Bestandsaufnahme und Feature-Mapping

ORBIT erfasst zunächst, welche VMware-Funktionen tatsächlich benötigt werden, und stellt sie den HPE-VME-Äquivalenten gegenüber. Funktionen wie Hochverfügbarkeit, Live-Migration und Distributed Workload Placement (automatische Lastverteilung) sind in HPE VME enthalten – ohne zusätzliche Bundle-Kosten. Die konkrete Funktionsweise unterscheidet sich jedoch von VMware. Das Feature-Mapping klärt, ob die Umsetzung den Anforderungen Ihrer Umgebung entspricht.

2. Abhängigkeiten und Migrationsplanung

Kritische Appliances und Drittanbieter-Tools werden auf Kompatibilität geprüft, Workloads bewertet und priorisiert. Weil HPE VME bestehende VMware-ESXi- und HVM-Cluster über eine einzige Konsole verwaltet, kann die Migration in abgestimmten Wellen erfolgen – ohne die gesamte Umgebung auf einmal umzustellen. Die Übertragung auf den neuen Hypervisor läuft über die integrierte VMware-zu-HVM-Konvertierung. Bestehende externe Storage-Systeme können dabei weiter genutzt werden.

3. Netzwerk, Sicherheit und Compliance

Für die Netzwerksegmentierung steht die Integration mit HPE Aruba Networking zur Verfügung. Der Funktionsumfang ist nicht identisch mit VMware NSX – welche Anforderungen damit abgedeckt werden, wird im Assessment validiert. Ebenso werden Berechtigungen, Protokollierung und Audit-Nachweise bewertet, damit Lücken zwischen bisheriger und neuer Umgebung frühzeitig geschlossen werden.

Kosten

HPE VME wird pro physischem CPU-Socket lizenziert. Der empfohlene US-Listenpreis beträgt 600 USD pro Socket und Jahr inklusive Support. Regionale Preise und konkrete Vertragskonditionen können abweichen. Über Mehrjahresverträge (1, 3 oder 5 Jahre) lässt sich der Preis fixieren. Bei einer Umgebung mit 10 Hosts liegt die Größenordnung bei ca. 6.000 USD pro Jahr.

Worauf Sie achten sollten

Hardware und Ökosystem

HPE VME ist als Produkt relativ jung am Markt. Das Ökosystem an Drittanbieter-Integrationen wächst, ist aber noch nicht so breit wie bei etablierten Plattformen – prüfen Sie frühzeitig, ob Ihre spezifischen Tools und Appliances unterstützt werden. Aktuell unterstützt HPE VME alle aktuellen HPE-Server-Generationen. Support für Drittanbieter-Hardware kann bei gewünschter Implementierung angefragt werden.

Backup und Datensicherung

Die Plattform bietet integrierte crash-konsistente Backup- und Restore-Funktionen: Sicherung des VM-Zustands zum Zeitpunkt des Snapshots, ohne Abstimmung mit laufenden Anwendungen. Für applikationskonsistente Backups und Disaster Recovery empfiehlt HPE ergänzend Lösungen wie Veeam oder Zerto.

Strategische Einordnung

Klären Sie, wie sich HPE VME langfristig in Ihre Infrastrukturstrategie einfügt – etwa im Hinblick auf Hybrid Cloud, Container und Automatisierung. Ein Upgrade-Pfad zu HPE Morpheus Enterprise Software mit Kubernetes-Orchestration ist vorgesehen.

Team und Einarbeitung

Für VMware-erfahrene Teams ist der Einstieg eher niedrigschwellig. Die VMware-Koexistenz und das zentrale Management erleichtern die Übergangsphase. Rechnen Sie dennoch mit einer Einarbeitungszeit, je nach Teamgröße und Vorkenntnissen. HPE bietet Schulungen und Zertifizierungen an.

Proxmox VE

Maximale Kostenkontrolle mit Open Source

Proxmox VE richtet sich an Unternehmen mit solidem Linux- und Infrastruktur-Know-how, die auf eine offene KVM-Plattform setzen und VMware vollständig ablösen möchten. Die Plattform ist Open Source und ohne Subscription vollständig nutzbar – ohne Feature-Lock und ohne Zeitlimit.

Wie sieht der Weg in der Praxis aus?

1. Bestandsaufnahme und Feature-Mapping

Auch hier steht zunächst die Frage im Mittelpunkt: Welche VMware-Funktionen werden tatsächlich benötigt, und wie lassen sie sich auf Proxmox VE abbilden? Hochverfügbarkeit, Live-Migration und Cluster-Management sind integriert. Die Umsetzung folgt jedoch anderen Mechanismen als bei VMware – welche Funktionen Ihre Anforderungen abdecken, klärt das Feature-Mapping.

2. Abhängigkeiten und Migrationsplanung

Kritische Appliances und Drittanbieter-Tools werden auf Kompatibilität geprüft. Proxmox VE bietet seit Version 8.2 einen integrierten Import-Wizard, der VMs direkt von ESXi-Hosts übernimmt und die virtuellen Disks konvertiert. Nicht jede VMware-Workload ist ohne Anpassungen 1:1 migrierbar – Betriebssysteme, virtuelle Hardware, Netzwerkabhängigkeiten und Anwendungen müssen im Einzelfall geprüft werden. Die Migration erfolgt in Phasen, beginnend mit unkritischen Workloads. Für Storage stehen ZFS und Ceph integriert zur Verfügung, bestehende iSCSI- und NFS-Systeme können parallel weiter genutzt werden.

3. Netzwerk, Sicherheit und Compliance

Für die Netzwerksegmentierung steht die integrierte SDN-Funktionalität (Software-Defined Networking) zur Verfügung. In Kombination mit Firewall und VLAN-Zonen lässt sich eine Microsegmentierung umsetzen, die die bisherige Netzwerkisolierung über VMware-Bordmittel ersetzen kann. Sicherheits- und Compliance-Anforderungen werden für die Zielumgebung neu bewertet – bestehende Nachweise lassen sich nicht pauschal übertragen, sondern müssen geprüft und ggf. ergänzt werden.

Kosten

Proxmox VE ist als Open-Source-Lösung kostenfrei nutzbar. Für den Zugriff auf das Enterprise Repository und kommerziellen Support stehen 3 Subscription-Stufen zur Verfügung: Basic (370 €), Standard (550 €) und Premium (1.100 €) – jeweils pro besetztem CPU-Socket und Jahr, netto zzgl. MwSt. Der separat verfügbare Proxmox Backup Server wird gesondert lizenziert. Bei einer Umgebung mit 10 Hosts liegt die Größenordnung zwischen 0 € (ohne Subscription) und ca. 5.500 € pro Jahr (Standard-Subscription).

Worauf Sie achten sollten

Hardware und Ökosystem

Proxmox VE ist hardwareunabhängig und an keinen bestimmten Server-Hersteller gebunden. Das Ökosystem wächst schnell, ist aber bei spezialisierten Enterprise-Tools – etwa bestimmten Backup-Lösungen, Monitoring-Integrationen oder Compliance-Werkzeugen – noch nicht so breit wie bei VMware. Klären Sie die benötigten Integrationen im Assessment.

Migrationsstrategie

Anders als bei HPE VME gibt es keinen parallelen VMware-Betrieb. Die Migration bedeutet einen vollständigen Plattformwechsel – phasenweise zwar, aber ohne Koexistenz auf Hypervisor-Ebene. Die Downtime-Planung pro Workload muss entsprechend sorgfältig erfolgen.

Support und Betriebsmodell

Der Enterprise-Support unterscheidet sich je nach Subscription-Stufe deutlich von einem klassischen Hersteller-SLA. Prüfen Sie, ob das gewählte Level zu Ihrem Betriebsmodell und gegebenenfalls zu vertraglichen Verpflichtungen gegenüber Ihren Kund*innen passt.

Team und Einarbeitung

Proxmox VE setzt solides Linux-Know-how voraus – insbesondere bei Storage-Konfiguration, Netzwerk-Setup und Troubleshooting. Für Teams aus dem VMware- und Windows-Umfeld ist die Lernkurve steiler als bei HPE VME. Rechnen Sie mit einer entsprechend längeren Einarbeitungszeit, je nach Teamgröße und Vorkenntnissen. Proxmox bietet offizielle Schulungen an, alternativ begleitet ORBIT den Wissenstransfer im Rahmen des Migrationsprojekts.

Was beide Wege gemeinsam haben

Unabhängig von der Plattformwahl folgt eine VMware-Ablösung denselben grundlegenden Schritten: strukturiertes Assessment mit Bestandsaufnahme und Abhängigkeitsanalyse, phasenweise Migration ohne Big Bang, Sicherheits- und Compliance-Prüfung für die Zielumgebung und eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung, die über den Lizenzpreis hinausgeht. ORBIT begleitet beide Wege herstellerneutral – entscheidend ist, welche Lösung zu Ihrer Umgebung, Ihrem Team und Ihrer Strategie passt.

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VMware-ABlösung: auf einen Blick: HPE VM Essentials vs. Proxmox VE

KriteriumHPE VM EssentialsProxmox VE
LizenzmodellKommerziell, pro Socket, inkl. SupportOpen Source; Support optional per Subscription
Kosten für 10 Hosts Ca. 6.000 USD/Jahr0 € bis ca. 5.500 €/Jahr je nach Subscription
VMware-KoexistenzJa – paralleler Betrieb über gemeinsame KonsoleNein – VMware wird durch Import abgelöst
MigrationSchrittweise, VMware läuft parallel weiterPhasenweise, aber vollständiger Plattformwechsel
VM-ImportIntegrierte VMware-zu-HVM-KonvertierungImport-Wizard ab Version 8.2 (ESXi-Direktimport)
HardwareAktuell nur HPE-Server offiziell unterstütztHardwareunabhängig
StorageExterne Systeme: FC, iSCSI, NFSZFS, Ceph integriert; iSCSI, NFS unterstützt
NetzwerkHPE Aruba Networking IntegrationIntegriertes SDN mit Firewall und VLAN-Zonen
Backup & RestoreCrash-konsistente Backups integriert; Enterprise-Backup über Veeam/ZertoProxmox Backup Server (separat, kostenfrei)
ContainerÜber Upgrade auf HPE Morpheus EnterpriseLXC nativ integriert
SupportHPE Support mit SLA, im Preis enthaltenSubscription-basiert, je nach Stufe
Ideal fürSchrittweise Migration, HPE-Infrastruktur, VMware-erfahrene TeamsMaximale Kostenkontrolle, Linux-affine Teams, hardwareunabhängig

Bitte beachten Sie: Alle Preisangaben sind Orientierungswerte. HPE nennt den Listenpreis in USD, Proxmox in € – bei der Gegenüberstellung ist der Wechselkurs zu berücksichtigen. Die tatsächlichen Kosten hängen von Ihrer konkreten Umgebung und Ihren Vertragskonditionen ab.

Nicht nur Lizenzkosten vergleichen

Die Lizenzkosten sind nur ein Teil der Rechnung. Für eine belastbare Entscheidung sollten auch Migration und Projektaufwand, Schulung und Know-how-Aufbau, laufender Betrieb, Support, Backup, Monitoring und eventuell erforderliche Hardware berücksichtigt werden. Entscheidend ist nicht der Preis der Virtualisierungsplattform allein, sondern die Gesamtkosten über mehrere Jahre.

Welcher Weg passt zu Ihnen?

HPE VM Essentials, wenn Sie VMware schrittweise ablösen, den Betrieb parallel aufrechterhalten und auf Herstellersupport setzen möchten. Der besondere Vorteil: Bestehende VMware-Workloads müssen nicht an einem einzigen Stichtag auf eine neue Plattform wechseln.

Proxmox VE, wenn Sie auf Open Source und maximale Kostenkontrolle setzen, Ihr Team Linux-Kompetenz mitbringt und Sie VMware vollständig ablösen möchten. Der besondere Vorteil: technologische Offenheit, flexible Kostenstruktur und keine Bindung an einen bestimmten Hardware-Hersteller.

VMware-Ablösung – noch offene Punkte?

In einem kostenfreien 30-minütigen Erstgespräch klären wir gemeinsam Ihre Ausgangslage, Ihr Renewal-Szenario und die Anforderungen an Ihre zukünftige Virtualisierungsplattform.

Stand: September 2026. Preise und Produkteigenschaften können sich ändern.

Mitarbeiterfoto Sebastian Römer

Ihr Ansprechpartner : Sebastian Römer

Teamlead Sales Infrastructure & Platform Services

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